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> Leben und Werk Gustav Richters

> Fotos der Ausstellung zur Eröffnung am 3.8.08

>> www.stadtmuseum.de

geplante Restaurierung der Grabstätte Fam. Richter
Abt. K-OE-049-052 / an der Südmauer zur Monumentenstraße

Am Sonntag, 5.4.2009, 14 Uhr zum "125. Todestag Gustav Richters" Führung und Ausstellung an der Grabstelle auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof/ Abt. K. -Treffpunkt vor der Kapelle. Ausstellung bis Ende Februar 2010

Am 3. August 2008 lud der EFEU e.V. zu einer Führung und Freiluftausstellung auf den Alten St.-Matthäus-Kirchhof zum Gedenken an den Maler Gustav Richter(3.8.1823 — 3.4.1884), der vor 185 Jahren in Berlin geboren wurde.

Grabstätte Fam. Richter Zustand 1884
(Fotomontage - EFEU e.V.)

Zustand 2009

Pressetext 

Ludger Wekenborg vom EFEU e.V. hat zur Familie Richter und der Grabanlage recherchiert und eine Informationsmappe erarbeitet. In einer Führung über den Kirchhof und Freiluftausstellung an der Grabstelle präsentiert er das Ergebnis seiner Forschungen und schildert ein spannendes Porträt der kulturellen und gesellschaftlichen Verknüpfungen rund um die Familie Richter/Meyerbeer im glanzvollen Berlin der Gründerzeit.

Gustav Karl Ludwig Richter (3.8.1823 — 3.4. 1884 ) war bedeutender Porträt- und Historienmaler seiner Zeit. Er arbeitete u.a. im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV, Kaiser Wilhelm I, König Maximilian von Bayern und Zar Alexander II. Richter war Mitglied und Professor der Preußischen Akademie der Künste und Ritter des Ordens Pour la Mérite. In Berlin schuf er u.a. zwei Friesbilder im nordischen Saal des Neuen Museums sowie berühmte Porträts der Königin Luise, Kaiserin Augusta und des Kaisers Wilhelm I.

Seine letzte Ruhe fand Richter 1884 auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof. Seine Frau Cornelie, geb. Meyerbeer (1842 —1922), Tochter des bekannten jüdischen Opernkomponisten Giacomo Meyerbeer (1791 -1864). Der gemeinsame älteste Sohn, Maler Gustav Giacomo Richter mit Frau Margarete, geb. Dobe, ruhen ebenfalls im Familiengrab Gustav Richter. (Grabstelle: K-OE-049-052 )

Die Grabanlage der Familie Richter aus dem Jahr 1884 entwarfen die Architekten Ende & Böckmann, die bildhauerischen Arbeit übernahmen Otto Lessing und Reinhold Begas schuf die Bronzebüste mit dem Bildnis Gustav Richters. Durch Kriegsschäden und spätere Straßenbauarbeiten wurde die Grabanlage stark zerstört, die ursprüngliche Erscheinung ist kaum mehr sichtbar.

Zur Zeit kümmert sich der EFEU e.V. um die gärtnerische Pflege der Grabstelle. Ein Antrag auf Anerkennung als "Ehrengrab des Landes Berlin" wurde 1989 abgelehnt. Die erneute Antragstellung und eine moderne Restaurierung der Grabstätte sind vom Verein in Planung.
Ein Konzept liegt vor mit einer Kostenschätzung von ca. 8000 EUR (durch Spenden), Restauratoren und Fassadengestalter werden voraussichtlich 2010 mit der Arbeit beginnen. 

"Eine Wiederherstellung der Grabanlage nach historischem Vorbild wäre wünschenswert, aber sicherlich zu kostspielig und daher unrealistisch. Uns schwebt eine malerisch-bauliche Teilrekonstruktion vor, welche die Größe und kulturgeschichtliche Bedeutung der einstigen Grabanlage wieder deutlich macht. Die kunstvollen historischen Gittereinfassungen sind noch erhalten und eingelagert. Wir würden sie gerne aufarbeiten lassen und wieder aufstellen. Sogar ein Angebot eines Betongusses als Kopie der Bronzebüste ist in Aussicht.  

Nun suchen wir weitere kulturinteressierte Förderer, die mit Spenden unser Vorhaben unterstützen."


Gitter waren 60 Jahre in Mausoleen gesichert. Hier aktuelle Fotos.

              

Links: Ein Vergleich mit Richters bekanntestem Werk "Königin Luise" von 1874 /Treppengitter
Rechts: ein amerikanischer Schuhmodeaufsteller nach G. Richter 1898

Dies Motiv gibt es auf über 60 Produkten zu sehen (wie ein Popstar) >> www.koenigin-luise.com

Literaturhinweis / Buch zu Ausstellung im Märkischen Museum 2004-2008
"Juden Bürger Berliner" — Das Gedächtnis der Familie Beer-Meyerbeer-Richter,
hrsg. Stiftung Stadtmuseum Berlin, Berlin 2004

Im Friedhofscafé "finovo" vor Ort zu erhalten.

Konzept

Konzeptidee Teilsanierung: Ziegelwand (re.) verputzen, von Fassadengestalter zu bemalen,
historische Teile (li.) von Restaurator bearbeiten uns säubern lassen, Metallkonstruktion Mittelteil, Kreis mit Druck eines Fotos der Büste. Mittlerweile sind wir bei einer Konzeption mit gemauerter Version des Mittelteils mit einem Vorsprung als Standfläche für eine Kopie der Büste.
Gärtnerische Pflege übernimmt z.Z. EFEU e.V.

Büste "Gustav Richter" von Reinhold Begas, der z.B. auch den Neptunbrunnen (heute vor dem Roten Rathaus) geschaffen hat. Links: Marmorbüste im Stadtmuseum Berlin, Rechts: Originale Bronzebüste vom Grab ( heute im Privatbesitz der Nachkommen).
Ab November wird es eine Begas-Ausstellung im Deutschen Historischen Museum geben, wo evtl. die Büste ausgestellt wird.
Sehr froh sind wir über eine Zusammenarbeit mit der Jugendbauhütte Berlin - Brandenburg (freiwilliges soziales Jahr in der Denkmalpflege), die das Grabgitter restaurieren wollen.
Im Mai könnte sogar die Büste in gefärbtem Betonguss kopiert werden.

Wir suchen noch Sponsoren für die Silikonform!

Wallraf-Richartz-Museum, Köln - Gemälde "Königin Luise". Ab März 2010 gibt es eine Ausstellung zum 200. Todestag der Luise im Schloss Charlottenburg, Berlin. Das Bild von Gustav Richter wird zumindest für Berichte und Werbung genutzt (siehe >> www.museumsjournal.de ).
Es ist das bekannteste Bildnis der Königin, obwohl es erst 1879 posthum gemalt wurde. Es gibt verschiedene Quellen, die von einer Kritik ihres Sohns Kaiser Wilhelm II berichten. Als Modell wählte Richter die Baronesse Josephine von Ziegler, die in einer "Liebhaberaufführung" 1876 zum 100. Geburtstag die Rolle der Luise spielte. Dort hatte Wilhelm II gesagt: "Ganz wie meine Mutter!"
Der Bildhauer Erdmann-Encke erstellte 1880 eine Statue in ähnlicher Positur aber mit dem Vorbild der Totenmaske der Königin (heute im Tiergarten). Hier ist bekannt, das der Kaiser anfangs nicht begeistert war. Leider wird diese angebliche Kritik des Monarchen immer noch von Historikern mit dem Gemälde in Verbindung gebracht.

Weitere informationen:

> Fotos der Ausstellung an der Grabstelle zur Eröffnung am 3.8.08

> Leben und Werk Gustav Richters

Fotosmontagen und Fotos: kenb, Fotos Büste: Stadtmuseum, Foto Museum: Hoeckmann  © EFEU e.V.